Schmitz - Feine Weine


Pinot Gris

Eine bekannte Legende besagt, dass der Baron Lazare de Schwendi, welcher den österreichischen Kaiser im Kampf gegen die Türken unterstützte, um das Jahr 1565 aus der Stadt Tokay (Ungarn) Rebschösslinge mitbrachte. De Schwendi besaß Güter in Baden und im Elsaß, und soll angeordnet haben, diese jungen Reben in Kientzheim (wo sein Chateau, heute im Besitz der Bruderschaft Saint Etienne, immer noch zu sehen ist) zu reproduzieren. In dieser Zeit träumten die weinbautreibenden Regionen Europas nämlich davon, selbst ungarischen Tokajer zu produzieren, einen sehr beliebter Wein, der der Rebsorte Furmint entstammt. Doch nach Meinung mehrerer Fachleute ist es wahrscheinlich, dass die von Lazare de Schwendi eingeführte Rebsorte nicht dem berühmten Wein aus Ungarn entsprach. Der Pinot gris aus der Bourgogne, bekannt für seine Qualitäten und die Eigenschaft, sehr konzentrierte Weine hervorzubringen, soll als Grauer Tokajer an deren Stelle getreten sein. Von seinen rebsortenspezifischen und geschmacklichen Merkmalen einmal abgesehen, hat er aufgrund der bewegten Geschichte seiner diversen Bezeichnungen in der Weinwelt für Aufsehen gesorgt. Hieß er vor 1870 Grauer Tokajer, wurde er dann nacheinander Tokay gris, Tokay d’Alsace, Tokay Pinot Gris und schließlich, seit dem 1. April 2007, Pinot Gris genannt. Wie der Riesling, der Gewürztraminer und der Muscat ist diese Rebsorte für alle AOC Alsace-Bezeichnungen zugelassen, sowie für die Erarbeitung von Spätlesen und Trockenbeerenauslesen.

Der Pinot Gris ist ein Wein, dessen starke Persönlichkeit am besten mit geschmacksintensiven Speisen harmoniert. Er ist der Elsässer Weißwein, der am überzeugendsten Gerichte ergänzt, die üblicherweise zu Rotwein serviert werden.
Die Kombination mit Wildgerichten -gerne auch mariniert-, Kalb, Schwein, Geflügel –dies insbesondere in kräftigen Saucen-, Braten, Nieren, Risotto, Pilzen, Getreideprodukten (Polenta, Getreide- oder Maisbratlinge...) machen aus ihm einen Herbstwein. Im Elsaß paßt er auch bestens zu dem berühmten Baeckeoffe. Da er ein ausgewogenes Verhältnis von Körper und Frische aufweist, ist er exzellent zu süß-sauren Speisen. Einen Foie gras, gleich, ob frisch, gebacken oder halbgegart, ergänzt er in idealer Weise.